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Henschel Hs 123A-1 (AmTech 1/48) |
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Historisches Wahrscheinlich war
schon beim Erstflug des Prototyps im April 1935 klar, dass sie der ihr
ursprünglich zugedachten Rolle als Sturzkampfbomber nicht wirklich
gewachsen sein würde. Diese Aufgabe fiel dann bekanntlich der wesentlich
leistungsfähigeren Ju 87 „Stuka“ zu, welche praktisch zeitgleich zum
ersten Mal flog. Die Firma Henschel
sollte aber nicht leer ausgehen: Die Hs 123 wurde als sogenanntes
„Schlachtflugzeug“ bei der noch jungen deutschen Luftwaffe eingeführt.
Eine für Unbedarfte ziemlich martialisch klingende Bezeichnung, aber
durchaus zutreffend. Obwohl sich die
„Eins-Zwei-Drei“ kurz darauf bei der Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg
bewähren sollte, wurde sie schon bald grösstenteils an Fliegerschulen
abgegeben und durch moderneres
Material ersetzt. Beim Überfall auf Polen 1939 verfügten die Frontverbände
der Luftwaffe über gerade noch 40 Hs 123. Einer ihrer Piloten war übrigens
ein junger Oberleutnant namens Adolf Galland, der spätere General der
Jagdflieger. Die fürchterliche
Wirkung gegen Fahrzeugkolonnen, Infanterie etc. scheinen bei höheren
Stellen Eindruck hinterlassen zu haben, denn man begann damit, die Hs 123
bei den Fliegerschulen wieder einzusammeln, um Verluste auszugleichen und
sogar neue Verbände aufzustellen. Im August 1941 befand sich die grösste
Anzahl Hs 123 während des Krieges im Einsatz: 141 Stück. Bis April 1942
wurden sogar noch 10 Stück aus Ersatzteilen zusammengebaut. Spätestens während
des Russlandfeldzuges zeigten sich die Vorteile dieses kleinen Flugzeuges.
Es war wegen seiner einfachen, robusten Bauweise oft als einziges
Flugzeugmuster flugklar resp. überhaupt in der Lage, zum Start zu rollen.
Schwerere Maschinen versanken oft dort im Schnee oder Schlamm, wo die
maximal 2,1 Tonnen „leichte“ Hs 123 gerade noch durchkam. Viele Piloten
sollen die Hs 123 moderneren Maschinen, z.B. der Fw 190, vorgezogen haben.
Wieviel davon Mythos oder Wahrheit ist, lässt sich heute nicht mehr schlüssig
differenzieren. Zumindest dürfte es ein recht zweifelhaftes Vergnügen
gewesen sein, bei mörderischen Minustemperaturen und extrem bleihaltiger
Luft mit offenem Cockpit herumzufliegen. Erwiesenermassen hat man aber
versucht, Henschel zu einer Nachproduktion zu bewegen. Ein Ding der Unmöglichkeit,
denn sämtliche Einrichtungen waren nach der Produktionseinstellung im
Jahre 1938 vernichtet worden. So oder so, vom
Gemetzel an der Ostfront blieben natürlich auch die bewährten Hs 123
nicht verschont. Im Sommer 1944 war gerade noch ein knappes Dutzend
flugklar, worauf man sie vom Fronteinsatz abzog. Die Spanische Luftwaffe
flog eine kleine Anzahl Hs 123 – liebevoll „Angelitos“ genannt -
auch noch nach dem Krieg, bis 1952 auch dort die allerletzte Maschine zu
Bruch ging. Leider ist der Nachwelt keine einzige Henschel Hs 123 erhalten
geblieben. |
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Der
Bausatz Übrigens haben
inzwischen auch Italeri und sogar Tamiya (!) die ex-Esci-Henschel
wiederaufgelegt. Revell, als chronischer Recycler von alten Bausätzen gefürchtet,
hat die Hs 123 ebenfalls als Wiederauflage angedroht. Wozu eine derartige
Übersättigung des Marktes gut sein soll, ist mir schleierhaft. AmTech hat - im
Gegensatz zu den oben genannten Herstellern – nicht einfach einen
Plastik-Methusalem aus dem Keller geholt und auf das Modellbauvolk
losgelassen, sondern sich die Mühe gemacht, z.B. ein schönes
Resin-Cockpit und separate, „nackte“ Fahrwerksbeine beizulegen. Die
charakteristischen „Hosenbeine“ wurden an der Ostfront nämlich oft
abmontiert, da sie auf den Feldflugplätzen verdreckten und so die Räder
blockieren konnten. AmTech’s Cockpit und Fahrwerk sind übrigens auch
separat erhältlich. Was beim genauen
Betrachten der Bauteile auffällt, sind die – wie damals üblich –
erhabenen Gravuren. Sie sind zwar extrem fein und mögen manche/n nicht stören,
aber bei mir kann das nur eines bedeuten: Weg damit und nachgravieren! Das
ist nicht weiter schwierig; die alten Gravuren sind leicht zu entfernen
und der Vogel ist ja zum Glück nicht besonders gross. Im Prinzip
empfiehlt es sich, zusätzlich noch das „exterior“-Ätzteileset von
ExtraTech dazuzukaufen, da viele Kleinteile - dem Alter des Bausatzes
entsprechend – aussehen, als ob sie bei Playmobil vom Band gefallen wären.
Nur gab es mit meinem Set ein Problem: Es war nicht komplett! Ich nahm an,
dass ich eines der Metallplättchen vernuscht hätte und besorgte mir ein
neues Set. Doch dieses war ebenfalls nicht komplett, und so dämmerte es
mir, dass ein Verpackungsfehler des Herstellers vorliegen musste. Auf
meine Rückfrage hin bestätigte ExtraTech meine Vermutung. Anstandslos
erhielt ich die fehlenden Teile nachgeliefert. Allerdings muss
ich zugeben, dass doch nicht alles glänzt, was nach Ätzteilen aussieht.
Manche Teile des ExtraTech-Sets kamen mir recht überdimensioniert vor,
vor allem die vorderen Halteklammern der ETC50-Bombenracks. Die waren
komplett unbrauchbar. Hier half nur scratchen und ein gaaanz tiefer Griff
in die Ersatzteilkiste. Die
Passgenauigkeit entspricht dem Alter des Bausatzes. Manches passt
erstaunlich gut, anderes benötigt massiven Spachtel- und Schleifeinsatz.
„Verspannungs-Phobiker“ können sich bei der Hs 123 entspannt zurücklehnen,
da die sonst bei
Doppeldeckern üblichen Spanndrähte entfallen (genaugenommen ist die Hs
123 eigentlich „nur“ ein Anderthalbdecker). Es ist
empfehlenswert, beim Anbringen des oberen Flügels überlegt vorzugehen.
Ich habe ihn zuerst mit den Streben beim Rumpf verbunden und erst nach
einiger Trocknungszeit die beiden breiten, seitlichen Streben
„eingeschoben“. Normalerweise hätte ich den Oberflügel separat
geairbrusht; da aber erwartungsgemäss zu flickende Pass-Ungenauigkeiten
auftreten würden, habe ich ihn gleich montiert, verschliffen und erst
dann den (fast) kompletten Vogel gespritzt. Das dafür notwendige Abdecken
war zwar etwas mühsam, aber immer noch besser, als an einem fertig
geairbrushten Modell herumzuschleifen. Eine Story für
sich war das Klarsichtteil, im Original eigentlich nur ein dünner
Windschutz aus Plexiglas. Das Teil war einmal, ohne das ich es gemerkt
hatte, zu Boden gefallen. Ich fand es wieder – plattgewalzt von einer
Rolle meines Bürostuhls. Eigentlich egal, das Material war eh um Welten
zu dick, aber woher Ersatz nehmen? Der Ätzteilesatz von Extratech
verhiess Hoffnung, mit einem dafür vorgesehenen, sehr filigranen Rahmen,
der „ganz einfach“ mit einem Fitzelchen Plastikfolie bestückt werden
sollte. Nur blöd, dass meine mikrochirurgischen Fähigkeiten nicht
besonders ausgeprägt sind. Also schnitzte und bog ich das Teil aus
Klarsichtfolie zurecht; das arg zermanschte Originalteil diente dabei als
Schablone. Ich entschied mich für einen relativ einfachen, aber trotzdem einigermassen „bunten“ Farbanstrich einer Maschine der 4./SchG 2, im Einsatz an der Ostfront im Jahre 1942.
Der
Decalbogen wurde von AmTech ebenfalls komplett neu produziert. Er ist
hervorragend gedruckt, die Decals sind allerdings etwas dick (ähnlich wie
die von Tamiya). Fünf Markierungsmöglichkeiten
stehen zur Auswahl, d.h. vier deutsche und eine spanische. Als Vorbereitung
für die Decals spritze ich jeweils mindestens zwei Schichten Future auf,
nach den Decals nochmals eine Schicht und als Schlussfirnis Mattlack von
Waco (erhältlich z.B. in Bastelabteilungen von Baumärkten). Der
Waco-Lack ist von Natur aus etwas zu glänzend und viel zu dick, kann aber
mit Tamiya-Mattierer (XF-21) und –Verdünner problemlos „gebändigt“ werden. Es gibt
bestimmt noch andere gute Klarlacke, aber manchmal ist es doch beruhigend,
nicht für alles und jedes extra ins Modellbaufachgeschäft rennen zu müssen.
Fazit Das fertige
Modell scheint mir ein bisschen zu „hochbeinig“. Wenn ich mein Leben
nochmals leben könnte, würde ich nicht nur von Anfang an zu Fielmann
gehen, sondern auch das Fahrwerk der Hs 123 um ein paar Millimeter kürzen. Trotzdem:
Eine erfrischende Abwechslung für jene, welche der nicht enden wollenden
Schwemme von Fockeschmitts und Messerwulfs mal etwas entgegensetzen
wollen. |
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Jacqueline Fischer |
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